Die schwäbische Hauptstadt Mariens

DIE OSTERZEIT – TEMPUS PASCHATIS

DIE OSTERZEIT – TEMPUS PASCHATIS

Nach seinem Tod am Kreuz stieg Jesus mit vom Leib getrennter Seele in die Unterwelt hinab (Mt 12, 40), um die Gerechten des Alten Bundes aus dem Ort ihres Wartens zu befreien. Am dritten Tage aber ist er, wie er selbst vorausgesagt hat (Mt 16, 21; 17, 22; 20, 19; 27, 63; 28, 6; Joh 2, 19), glorreich von den Toten auferstanden. Die Wirklichkeit seiner Auferstehung beweisen die Tatsache des leeren Grabes und die zahlreichen Erscheinungen des Auferstandenen (1 Kor 15, 3­11). Für die Auferstehung Jesu legten die Apostel mit großer Kraft Zeugnis ab (Apg 4, 33).

Der Auferstehungsleib Jesu war ein wahrer Leib (Lk 24, 37­43; Joh 20, 27), aber im Zustand der Verklärung (Joh 20, 26). Wenn wir selber am Jüngsten Tag auferstehen werden, dann wird ­ so glauben wir ­ der Herr auch „unseren armseligen Leib umgestalten, dass er teilhabe an der Gestalt seines verherrlichten Leibes“ (Phil 3, 21).

Seit dem ersten Ostersonntag ertönt in der Kirche jener ruf, mit dem die versammelten Apostel die heimkehrenden Emmausjünger empfingen: „Surréxit Dóminus vere! – Der Herr ist wahrhaft auferstanden!“ (Lk 24, 34)

Wir gehen der lichtvollsten Zeit des Jahres entgegen. Die Natur ist aus ihrem winterlichen Schlaf gleichsam erstanden und zeigt sich in herrlicher Frühlingspracht. Das Licht hat die Finsternis besiegt! Das deutsche Wort ‚Ostern‘ ist von aurora (= Morgenröte; vgl. Mk 16, 2) abgeleitet und steht in Beziehung zum Osten. Die im Osten aufgehende Sonne ist Symbol für den Auferstandenen und einst in Herrlichkeit wiederkommenden Christus.

Das eigentliche Osterfest wird mit einer Oktav 1. Klasse acht Tage lang gefeiert. Die Liturgie der Osterwoche will uns hinführen zu einem tieferen Erfassen und zur innigen Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn. In der Osternacht erspüren wir ‚bei Tagesanbruch‘ das Erbeben der Erde, sehen die Engel, den Stein und die fliehenden Wächter. Wir hören die Botschaft: „Er ist auferstanden!“ Am Ostermorgen ist die Sonne ‚bereits aufgegangen‘, und die Engel versichern wieder: „Ihr werdet ihn sehen!“ Am Montag begleiten wir die Emmaus jünger, die innerlich bei seinem Wort erglühen und deren Augen sich öffnen, als der Herr das Brot brach. An den folgenden Tagen dürfen die Apostel ihn sogar berühren, und er lädt sie zum Mahl.

Die Österliche Zeit (tempus Paschale) beginnt mit der Messe der Ostervigil und endet nach der Non des Samstags in der Pfingstoktav. Während dieser acht Wochen ist es üblich, anstelle des dreimal täglichen Angelus (Engel des Herrn) das Regina Cæli (Freu Dich, Du Himmelskönigin) zu beten.

Die Österliche Zeit umfasst drei Zeitabschnitte, in denen nacheinander die Heilsgeheimnisse der Auferstehung Jesu, seiner Himmelfahrt und der Herabkunft des Heiligen Geistes im Mittelpunkt stehen: -die Osterzeit (tempus Paschatis) dauert vom Beginn der Vigilmesse in der Osternacht bis nach der Non des Vigiltags von Christi Himmelfahrt. -die Himmelfahrtszeit (tempus Ascensionis) geht von der 1. Vesper von Christi Himmelfahrt bis nach der Non des Vigiltags von Pfingsten. – die Pfingstoktav (octava Pentecostes) wird als Oktav 1. Klasse bis nach der Non des folgenden Samstags gefeiert. So endet die österliche Zeit.

Der Ostertermin fällt stets auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

Schon im 1. Jahrhundert ist unter Papst Anizet ein heftiger Streit um den Termin des Osterfestes entbrannt. Dieser Streit zog sich bis zum Konzil von Nizäa (325) hin und konnte erst 525 durch den Mönch Dionysius Exiguus beigelegt werden. Danach gab es über 1000 Jahre lang in der ganzen Christenheit einen gemeinsamen Ostertermin. Doch mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582, den die meisten Ostkirchen ablehnten, kam es wieder zur Spaltung, so dass heute unser Ostertermin von dem der Ostkirchen um bis zu fünf Wochen abweichen kann.

 

Quelle: Volksmissale von Pater Martin Ramm FSSP

Wir danken Pater Martin Ramm von der Petrusbruderschaft, dass er uns seinen Text zur Veröffentlichen zur Verfügung stellt.

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